Fütterungstipps für RHD-Überlebende

Zusätzlich nach der Notimpfung (Filavac) ist es sinnvoll, zum Einen das tägliche Futter zu überprüfen, ob es den Kaninchen ausreichend Nährstoffe, Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren, etc. bietet, um Erkrankungen -welcher Art auch immer- besser durchzustehen.

Ein ausschließliches Angebot an Heu, Salaten und Gemüse bietet den Kaninchen keine ausreichenden Inhaltsstoffe, um sie so zu versorgen, dass sie einer Erkrankung etwas entgegenzusetzen hätten.

Natürlich ist hier nun Wiese und grünes Futter und Zweige aus der Natur allgemein das wichtigste Futter für Kaninchen überhaupt. Leider zeigt aber die Praxis, dass es nicht selten Missverständnisse bei der Wiesenfütterung gibt (zu wenig, zu einseitig, Aussortieren von wichtigen Pflanzen, etc.), der Einfachheit halber und für niemanden missverständlich empfehle ich das zusätzliche Füttern eines guten Alleinfuttermittels (z.B. Nösenberger Strukturmüsli), um auf einfache und schnelle Art und Weise, den Kaninchen eine Grundversorgung an wichtigen Nährstoffen zu bieten.

Bei RHD und Myxo, also Krankheiten, die durch Mücken oder kontaminiertes Futter übertragen werden können haben wir eine besondere Situation, was die Wiesenfütterung betrifft. Ist der Fall einer Erkrankung bereits eingetreten, sollte man evtl. etwas vorsichtiger mit der Fütterung von Pflanzen aus Bodennähe sein und erst einmal mehr Blätter und Zweige anbieten, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist (Filavac nach 7 Tage). Auch wenn an jedem Futtermittel quasi der Virus über längere Zeit haften kann, so ist ein reduziertes Angebot mit einer breiten Versorgung erst einmal vorzuziehen. Mit dem Alleinfutter sind sie solange ersteinmal bestens versorgt. (“Alleinfutter” bedeutet nicht, dass es alleine gefüttert werden soll oder muss, es ist lediglich ein Beitrag zur Grundversorgung aller wichtigen Nährstoffe!)

 

Die speziellen Fütterungstipps bei RHD

  • Angocin Tabletten aus der Apotheke für die Vitamin K Versorgung. Entweder Tabletten zweiteilen oder Überzug etwas entfernen, damit die Kaninchen die Inhaltsstoffe erkennen (Kaninchen sind Meister darin!). Wenn sie es brauchen, werden sie soviel davon nehmen, wie sie brauchen, wenn sie die Tabletten nicht wollen, bitte nicht zwingen und nicht gegen ihren Willen eingeben!
  • Zusätzlich kann man ihnen eine Mischung aus Apfel, Petersilie, Meerrettich (frisch oder aus dem Glas ohne Zusätze) anbieten.

 

Auch für die tägliche Gabe geeignet:

  • Schwarzkümmelsamen unterstützen zusätzlich das Immunsystem und viele Stechinsekten wie Mücken, Zecken, etc. mögen den Geruch nicht.
  • Marienstistelsamen schützen die Leber und hilft bei ihrer Regeneration

 

Bitte jedoch bei der täglichen Gabe von Heilkräutern oder Sämereien, die eine unterstützende Wirkung haben, darauf achten, dass die Kaninchen ausreichend Wiese zur Verfügung haben, damit sie ihren Bedarf an Wirkstoffen selbst steuern können!
Ansonsten kann man die wirkstoffhaltigen Pflanzen/Samen auch als dreimonatige Kur geben, drei Monate absetzen und wieder 3 Monate anbieten.

 

Weitere Informationen und Tipps im Umgang mit den Kaninchenseuchen erhaltet Ihr in unserer Facebookguppe.

Dieser Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, spätere Ergänzungen nicht ausgeschlossen.

 

Miriam Einy