Kaninchen mit extremem Übergewicht

Patient:

Kaninchen, 3 Jahre, männlich kastriert, lebt mit seiner Partnerin zusammen, hat keine besonders auffälligen Krankheitssymptome, hin und wieder leidet es akut unter Appetitlosigkeit, Kolikschmerzen im Magen-Darmbereich. Auffällig ist sein extremes Übergewicht mit mittlerweile 3,8 kg (Normalgewicht ca. 2,6 kg).

 

Anamnese & Behandlung:

Mehrmalige Diagnostik mit Röntgen und Blutuntersuchung. Blutbefund ergab keine Auffälligkeiten, im Röntgen wurde von zwei Tierärzten unabhängig voneinander ein Schatten unterhalb der Lunge erkannt, jedoch könnte man dies nach Meinung der beiden Tierärzte vernachlässigen.

Das Kaninchen litt jedoch immer wieder an Magen- und Darm-Koliken, zog sich zurück und saß in solchen Momenten regungslos in einer Ecke, der Kreislauf schwächelte, es verweigerte das Futter. Eine homöopathische Arznei fing es immer wieder in einem solchen Akutzustand auf.

Jedoch war auffällig, dass er immer mehr an Gewicht zunahm, obwohl er keine übermäßigen Futtermengen zu sich nahm und er bewegte sich immer weniger.
Nach einiger Zeit fiel beim Abtasten der Wirbelsäule auf, dass er im Bereich der Lendenwirbelsäule eine Reaktion zeigte, was auf eine unbestimmte Problematik in der Wirbelsäule hinweisen könnte.  Auch fiel auf, dass er mit den Vorderpfoten öfter auf der Stelle trat und sich oft aufrecht setzte, als würde er „Männchen“ machen, aber seine Hinterläufe dabei nicht aufstellen konnte, was die Vermutung zuließ, dass er entweder unter seinem Gewicht litt oder er die Wirbelsäule beim Aufrechtsitzen entlasten wollte. Für am Wahrscheinlichsten hielt ich Letzteres.
Gemüt: Mag gestreichelt zu werden, sucht viel Kontakt zur Partnerin, jedoch teilt die Partnerin diesen Wunsch nicht so intensiv.

Weitere Untersuchungen wollte die Halterin dem Tier ersparen, da er zum Einen auch sehr ängstlich ist und fraglich war, ob diesmal etwas gefunden werden würde.

Schließlich beginnen wir mit einem passenden Mittel, das all diese Symptome abdeckt. Das Kaninchen bekommt seit Anfang April 2019 das Mittel in aufsteigender Q-Potenz.

Seit dem hat er etwa 200g abgenommen und ist wieder sehr bewegungsfreudig, springt auf seinen Lieblingsplatz auf das Sofa und hatte seitdem keine Magen- und Darmprobleme mehr.

Vor einigen Tagen setzte die bei einer Q-Potenz übliche Spätverschlimmerung ein, so dass wir nun die nächste Potenzstufe geben. Eine Spätverschlimmerung ist keine Verschlimmerung im eigentlichen Sinn, sondern zeigt lediglich einen Potenz- oder Mittelwechsel oder auch das Ende der Behandlung an.

 

Bewertung:

Es liegt bei diesem Fall die Vermutung nahe, dass das Kaninchen unter Anderem an Rückenschmerzen litt und sich deshalb nicht viel bewegte. Jedoch kann man nicht alleine aufgrund von Rückenschmerzen schließen, dass ein Tier deshalb immer mehr an Gewicht zunimmt. Viel wahrscheinlicher ist eine Kombination aus Rückenschmerzen und einer Verwertungsstörung von Nahrungsbestandteilen (Malabsorption), die zu einem Stoffwechselproblem führten, was sich in den immer wieder kehrenden Verdauungsproblemen zeigte.
Zwar nimmt man zur Behandlung in der Homöopathie nur die relevanten Symptome, die zu einer bestimmten Mittelauswahl führen. Aber da wir in der Homöopathie nicht nur die ausgewählten oder sichtbaren Symptome behandeln, sondern die Lebenskraft mit all ihren Funktionen, kommt es nicht selten vor, dass auch nicht bekannte Störungen reguliert werden.

 

Anmerkung: Die Akutmittel, die dem Kaninchen bei den Magen- & Darmkoliken halfen, waren fast immer unterschiedlich, halfen ihm jedoch meist sehr schnell, das Schlimmste zu überstehen.

Das chronische Mittel entspricht keinem der gewählten Akutmittel.

Homöopathische Behandlung einer Darmlähmung, Verstopfung und Harnverhalt

Dienstag, 21.30 Uhr
Aufnahme einer Akutanamnese eines Kaninchens das so gut wie keinen Kot- und Harnsabsatz hatte. Verdacht auf Darmlähmung, Verstopfung. Hinweis: Eine solche Situation ist bei Kaninchen lebensgefährlich!
Die Halterin möchte es diesmal mit Homöopathie versuchen, weil sie durch solche Situationen schon Tiere verloren hat, die sie in der Tierklinik hat behandeln lassen.
 
Symptome des Kaninchens:
Das Kaninchen wirkt apathisch, sitzt regungslos in einer Ecke, verweigert das Futter, Kreislauf kritisch, Untertemperatur, Ohren kalt. Mittags bekam es von der Halterin eine Gabe eines Mittels, worauf eine Stunde später wenig Kotabsatz erfolgte. Ansonsten hatte es seit 30 Std. keinen Kotabsatz und keinen Harnabsatz. Wir bleiben vorerst bei der Wiederholung des Mittels vom Mittag:
 
1. Arzneimittel (mehrmals verkleppert) bis 23.00 Uhr leichte Besserung, jedoch läuft nun massig Speichel aus dem Mäulchen und das eingegebene Kräuteröl vom Abend fließt mit heraus. Hinweis auf Magenüberladung, hartnäckige Obstipation, Darmlähme, möglicherweise Darmverschluss durch Fremdkörper. Wir wechseln das Mittel.
 
2. Arzneimittel (erst nur einmal)
23.30 Uhr Häsin wird etwas stabiler, setzt sich ins Klo und presst.
Das 2.Mittel wird verkleppert weitergegeben
 
00.45 Uhr Die Häsin speichelt nicht mehr so schlimm, putzt sich ein bisschen, hat ein wenig Harn abgesetzt und ein wenig gefuttert.
 
02.00 Uhr Die Häsin sucht jetzt die Wärme, nimmt die Wärmequelle gerne an, ihr Kreislauf ist stabiler (Ohren sind wieder wärmer), sie hat immer wieder etwas gefuttert. Wir verlängern die Gaben.
 
04.00 Uhr Kreislauf weiter stabil, hat immer wieder ein bisschen gefuttert, ein Kotklumpen löste sich, sie sucht weiter die Wärme.
 
Mittwoch
Arzneimittel sporadisch weitergegeben. Die Häsin hat inzwischen mehr Appetit, Kreislauf weiter stabil. Jedoch zieht sie sich hin und wieder zurück, wirkt schläfrig und benommen, noch immer zu geringer Kotabsatz.
 
Donnerstag
Mittelgabe seltener.
Häsin wirkt mittags munter, geht inzwischen mit ihrem Partner an die Futterstelle. Bauch ist weicher.
20.00 Uhr Sie wirkt wieder schläfriger, Mittelgabe noch ein paarmal in kurzen Abständen gegeben. Danach wird der Bauch wieder härter (Hinweis auf evtl. Arzneimittelprüfung!), Arzneimittel wird testweise bis zum nächsten Tag abgesetzt.
 
Freitag
11 Uhr Die Häsin futtert wieder normal, hat wieder normalen Kot- und Harnabsatz. Arzneimittel wird nicht weitergegeben.

Entwicklungsstörung bei einem Kaninchenbaby

Kaninchenbaby Emil

Ich beginne einmal mit Emil, dem Kaninchenbaby. Selten bekommt man einen so gut mit Bildern dokumentierten Fall.

Emil und seine Geschwister wurden am 03.07.2015 geboren.

Seine Geschwister entwickelten sich normal, nur Emil blieb zurück, nahm nicht richtig zu, hatte Schwierigkeiten zu schlucken und sein Fell war schlecht ausgebildet und wollte an verschiedenen Stellen nicht wachsen. Insgesamt sah es nicht gut um ihn aus.

Am 05.08.2015 wurde ich hinzugezogen. Ich verordnete homöopathische Globuli in C30, aufgelöst in einem Glas Wasser. Emil sollte am ersten Tag zweimal von dem Mittel bekommen und am nächsten Tag noch einmal und dann warteten wir ab.

Bild 1: 01.08.2015 Einige Tage vor Beginn der homöopathischen Behandlung. Der kleine Emil (oben rechts), nur halb so groß wie seine Geschwister Elvira (unten rechts) und Nero (links).

Bild 2: 01.08.2015 Emils nackter Bauch vor der Behandlung.

Bild 3: 04.08.2015 Emil 1 Tag vor der Behandlung Hier sieht man besonders deutlich wie schlecht Emils Fell noch aussah.

Bild4: 05.08.2015 Tag 1, kurz nach Verabreichung des Mittels. Im Hintergrund sieht man ein jüngeres Halbgeschwisterchen von Emil.

Bild5: 06.08.2015 1 Tag nach homöopathischer Behandlung. Das Fell ist gewachsen.

Bild 6: 06.08.2016 Emils Fell ist im Vergleich zu Bild 3 lückenlos.

Bild 7: 07.08.2015 Im Vergleich: Emil (rechts) neben seiner Schwester Elvira (links). Tag 2 nach der Verabreichung des Mittels.

Bild 8: 15.08.2015 Tag 10 nach der Verabreichung des Mittels. Emil holt immer mehr auf und entwickelt sich nun prächtig

Bild 9: 17.09.2015 6 Wochen nach der homöopathischen Behandlung: Emil strahlt in neuem Glanz. Sein Fell ist ordentlich und lückenlos gewachsen und er steht seinen Geschwistern in nichts mehr nach.

Bild 10: 17.09.2015 Emil mit seiner Schwester Elvira. Beide haben sich zu stattlichen und gesunden Kaninchen entwickelt, sie unterscheidet nun nichts mehr voneinander und Beide bringen fast gleich viel auf die Waage.

Abschließend möchte ich mich noch bei Emils Halterin für die schönen Bilder bedanken!